Nachhilfe imStudienkreis Geesthacht
Achtjähriges Gymnasium – Vorteil oder Frust?
Turbo zum Abi
Um deutsche Schüler international wettbewerbsfähiger zu machen, haben die Kultusminister die Zeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre verkürzt (G8). Die Schüler sollen nach dem neuen System ein Jahr früher als bisher in Beruf oder Studium einsteigen können. Gleichzeitig blieb die alte Pflichtstundenzahl erhalten. Die Schulen organisieren die Verteilung der Stunden in Eigenregie. So kann ein Wochenpensum von 38 Stunden und mehr für Schüler entstehen – Hausaufgaben und Fahrzeiten zur Schule nicht mitgerechnet.
Die Frage, die sich viele Eltern stellen lautet: Kann der Unterrichtsstoff nicht gekürzt werden, um das Stundenpensum zu senken?
In den neuen Bundesländern gab es schon zu DDR-Zeiten das achtjährige Gymnasium, Sachsen und Thüringen haben es auch nach der Wiedervereinigung beibehalten. Allerdings mussten sie auf Drängen der Kultusministerkonferenz ihre Pflichtstunden von 260 auf 265 Wochenstunden erhöhen. Thüringen hat dafür ein Seminarfach eingeführt, in dem Schüler eine wissenschaftliche Arbeit schreiben und öffentlich verteidigen.
Die Schüler in Sachsen und Thüringen müssen also bereits seit der Wende das Stundenpensum absolvieren, das durch den Wegfall der 13. Klasse auch auf die Schüler der übrigen Bundesländer zugekommen ist.
Überforderung der Schüler
Für viele Kinder bedeutet G8 großer Stress: Ihre Schultage sind lang, das Gymnasium verwandelt sich langsam zu einer ganztägig arbeitenden Schule. Allerdings befindet sich die Infrastruktur mit einer ausreichenden Essensversorgung und umfangreichen Förderangeboten noch im Aufbau.
Fachleute bemängeln außerdem, dass das Lernen im Schnellgang aus lernpsychologischer Sicht unsinnig ist: Schon im traditionellen Vormittagsunterricht sind Lernen und Inhaltsvermittlung nicht optimal organisiert. Schüler haben keine Chance, den Lernstoff zu verinnerlichen. Ein zusätzliches Stundenpensum ist dem nicht zuträglich. Grundsätzlich befürworten Pädagogen das Modell der verkürzten Schulzeit, kritisieren aber, dass der Schulstoff lediglich verdichtet wurde, anstatt die Chance auf moderne Lehrpläne zu ergreifen.
Lehrer, Eltern und Schüler kritisieren, dass Schüler enorm unter Druck stehen und die Schule die Familien bis in die Ferien hinein belastet. Es bleibt keine Zeit für Hobbys, Freunde oder einfach mal Abzuschalten. Der Stress nimmt zu und der Spaß am Lernen bleibt auf der Strecke. Dazu kommen immer mehr Tests und Klausuren. Lehrer haben keinen zeitlichen Spielraum mehr für musische und sportliche Bildung, für Förderstunden, Gruppen- und Projektarbeit. Die Gefahr ist groß, dass unter diesen Bedingungen immer mehr Kinder dem Unterricht nicht mehr folgen können.
Unsere Lernhilfen-Empfehlung fürs Gymnasium
Der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium ist ein wichtiger Schritt in der Schullaufbahn. Die Übungsbücher „Startklar fürs G8 – Deutsch” und „Startklar fürs G8 – Mathematik” vom Duden-Verlag helfen Schülern und Eltern, sich früh genug darauf vorzubereiten, denn eine gute Basis ist der Schlüssel zum erfolgreichen Lernen.
Neben Einstufungstests zu Beginn jedes Kapitels enthält das Buch deshalb viele Übungen, um den in der Grundschule erlernten Stoff zu festigen. Zur Kontrolle und zum Üben zu Hause gibt es einen ausführlichen Lösungsteil.
Ein separates Elternheft bietet Tipps und beantwortet alle Fragen rund ums G8. Ein Ausblick auf die 5. Klasse und die Anforderungen, die das Kind erwarten, runden das Buch ab. Für Schüler der 3. und 4. Klasse und am Übergang ins G8 geeignet.
Sie können beide Bände direkt hier beim Duden-Verlag bestellen.
Abiturientenschwemme
In den nächsten Jahren werden immer wieder Schüler aus dem alten G9-System und aus den neuen G8-Jahrgängen gleichzeitig fertig. Bis 2013 werden daher nach Schätzung der Kultusministerkonferenz (KMK) zusätzlich rund 180.000 Abiturienten mehr auf den Arbeitsmarkt und in die Hochschulen drängen. Wie das aufgefangen werden soll, darüber denken die Kultusminister noch nach.
Möchten Sie sich genauer über das Schulsystem in Ihrem Bundesland informieren? Dann lesen Sie hier.



