Nachhilfe imStudienkreis Geesthacht

Claudia Thomsen
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Keine Macht der Prüfungsangst

Kaum hat man den Prüfungstermin erfahren, schon ist man nervös. Die Hände zittern, der Mund ist trocken, das Schlucken fällt schwer. Kurz vor der Prüfung kommen Herzrasen oder sogar Übelkeit dazu. Ein klarer Fall von Prüfungsangst.

Eine verzweifelte Schülerin.

Prüfungsangst und ihre vielfältigen Ursachen

Nur selten gibt es ‚die eine’ Ursache für Prüfungsangst, viel häufiger ist ein ganzes Bündel von Faktoren verantwortlich. Häufige Gründe für Prüfungsangst sind: 

  • Angst vor Überforderung
    Wer trotz größter Anstrengung häufig nicht die gewünschten Leistungen erbringt, entwickelt natürlich Angst vor der nächsten Prüfung. Deswegen sollte bei Prüfungsangst immer abgeklärt werden, ob vielleicht eine schulische Überforderung vorliegt.
  • Angst vor der Reaktion der Eltern
    Die Enttäuschung über eine schlechte Note, das ‚lange Gesicht’, die endlosen Diskussionen über die Notwendigkeit einen guten Schulabschlusses zu machen- all diese Faktoren können Leistungsdruck erzeugen und so zu Prüfungsangst führen.
  • Angst vor der Reaktion in der Schule
    Schüler können beispielsweise in Panik geraten, wenn sie aufgrund schlechter Noten von ihren Mitschülern gehänselt werden.
  • Angst wegen falscher Vorbereitung
    Obwohl Prüfungen in der Regel frühzeitig angekündigt werden, schiebt man das Lernen häufig bis auf den letzten Drücker auf. Intensives Lernen unter extremem Zeitdruck führt jedoch selten zum Erfolg.

Prüfungsangst und wie sie in Erscheinung tritt

Oft tritt bereits bei der Anmeldung zu einer Prüfung oder bei der Ankündigung einer Klassenarbeit beim Betroffenen eine allgemeine Anspannung und Unruhe auf. Ab diesem Zeitpunkt kann sich der Schlaf verschlechtern, Albträumen können auftreten oder ängstliche Gedanken verhindern das Einschlafen. Ein Gefühl von Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit kann sich einstellen. Nicht selten kommt es zu Resignation oder depressiven Verstimmungen. Pausenloses Lernen oder gar kein Lernen („Es hat sowieso keinen Sinn!“) können die Folge sein.

Kurz vor der Prüfung können körperliche Beschwerden auftreten. So können die Gedanken an die Prüfung beispielsweise Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen oder Schwindel auslösen. Ebenso kann es zu Schwitzen, Zittern oder nervösem Durchfall kommen.

Ein gewisses Maß an Erregung und Aufregung vor und in einer Prüfung kann aber durchaus auch positiv sein. Denn als Folge wird die Leistungsfähigkeit gesteigert und man ist in der Lage, in der Prüfungssituation geistige oder körperliche Höchstleistungen zu erbringen.

Prüfungen effektiv vorbereiten – nur wie?

Immer noch denken viele Schüler, dass das kurzfristige ‚Pauken’ des Lernstoffs vor einer Prüfung zum Erfolg führt. Viel wichtiger ist es jedoch, sich aktiv mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen und das regelmäßige Lernen in den Tagesablauf zu integrieren. Neben der reinen Lernzeit, die man pro Tag zu Verfügung hat, ist aber auch die richtige Auswahl des prüfungsrelevanten Stoffes und die Intensität und Qualität des Lernens von großer Bedeutung.

Trotz langfristiger Prüfungsvorbereitung bleibt es in der Regel nicht aus, dass kurz vor einer Prüfung das Lernpensum noch einmal steigt.

Damit diese Zeit nicht in Stress ausartet, sollten folgende Regeln beachtet werden:

  • Prüfungsablauf üben
    Die Probeaufgaben sollten mit den gleichen Hilfsmitteln und demselben Zeitaufwand gelöst werden, wie sie auch in der Prüfungssituation zur Verfügung stehen.
  • Lernstoff strukturieren
    Je besser der Lernstoff strukturiert ist, umso einfacher kann er in übersichtliche, bedeutungsstiftende Zusammenhänge gebracht werden.
  • Zeit zum Wiederholen einplanen
    Die Prüfungsvorbereitung sollte immer mit einer Wiederholung des gesamten Lernstoffs abschließen – spätestens einen Tag vor der Prüfung.

Durch richtiges Verhalten trumpfen

Prüfungsangst muss man nicht einfach hinnehmen, denn durch eine Reihe von Verhaltensregeln kann man der Angst ein Schnippchen schlagen.

Schriftliche Prüfungen

  • Die Aufgabenstellung aufmerksam lesen und mögliche Hilfen beachten.
  • Bei der Beantwortung der Fragen die Aufgabenstellung im Auge behalten.
  • Erst die leichten Aufgaben lösen. Dies schafft Erfolgserlebnisse, Nervosität wird abgebaut.
  • Bei Schwierigkeiten mit einer Aufgabe zu einer anderen Aufgabe übergehen.
  • Bei umfassenden Antworten diese vorher strukturieren.

Mündliche Prüfungen

  • Fast jeder ist in einer mündlichen Prüfung nervös. Die Nervosität zu zeigen, wirkt in der Regel beruhigend.
  • Die Fragestellung beachten. Hilfreich kann es sein, dem Prüfer z. B. durch das Wiederholen der Frage deutlich zu machen, dass man die Frage gehört und verstanden hat.
  • Laut denken. So kann der Prüfer erkennen, wie man zu seinem Ergebnis kommt.
  • Auf die Reaktionen des Prüfers achten, denn Prüfer reagieren auf Antworten in der Regel mit zustimmenden oder ablehnenden Gesten.
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